Amad A.s Weg in den Tod begann damit, dass er an einem Badesee im nordrhein-westfälischen Geldern vier Frauen auf die Brüste schaute. Die vier, so erzählten sie es der Polizei, hätten sich durch seine Blicke regelrecht ausgezogen gefühlt. A. habe Gesten gemacht, die Masturbationsbewegungen ähnelten. Sie hätten den Mann angeschrien, aber er sei nicht verschwunden.

An diesem Julitag nahmen ihn Polizisten mit auf die Wache, später brachten sie ihn ins Gefängnis. Er sollte nie wieder einen Tag in Freiheit erleben. Am 29. September starb Amad A. im Bergmannsheil-Klinikum in Bochum an Brandverletzungen, die er bei einem Feuer in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Kleve erlitten hatte. Es ist schlimm genug, dass in einer Zelle eines deutschen Gefängnisses ein Feuer ausbricht und einen Menschen tötet. Schon das darf nicht passieren.

Doch im Fall Amad A. liegt noch viel mehr im Argen. Er saß unschuldig im Gefängnis. A. war nicht wegen des Vorfalls am See dort, sondern weil ihn die Polizei in

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 42/2018.
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