Samer Tannous, 48, war Hochschuldozent in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Seit Dezember 2015 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im niedersächsischen Rotenburg (Wümme) und arbeitet dort als Französischlehrer. In seiner Kolumne für SPIEGEL+ schreibt er über seine Versuche, die manchmal wundersamen Sitten seiner neuen deutschen Heimat zu verstehen.

In meinem ersten Jahr in Deutschland arbeitete ich als Aufsicht in der Bibliothek des örtlichen Gymnasiums. Eines Tages saßen auf einem Sofa eng umschlungen ein Junge und ein Mädchen, die sich innig küssten. Etwas abseits stand ein Junge und aß sein Pausenbrot. Ich überlegte, wie ich das Pärchen ansprechen sollte, um ihrem Treiben ein Ende zu bereiten, als ein Lehrer hereinkam. Er sagte laut: „Das ist hier keine Kneipe!“, und mit diesen Worten schickte er den Jungen mit dem Pausenbrot raus. 

Den mit dem Pausenbrot. Nicht die beiden auf dem Sofa.

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