Seit die monumentale Plastik von Rainer Fetting im Atrium des nach ihm benannten Hauses in Berlin steht, geht es mit seiner Partei, der SPD, bergab. Ethnologen würden einen Zusammenhang vermuten: Zu gut ist der legendäre Vorsitzende dort getroffen, er scheint größer und gewichtiger, als es das historische Vorbild ohnehin schon war. Und wo man an der Figur Willy Brandt die Beweglichkeit, die Geschwindigkeit und den Mut zum Risiko bewundern mochte, ist hier nur metallene Präsenz und eine erklärende Geste. Die lange Riege der Vorsitzenden, die vor dieser Plastik gestanden haben, um wieder eine Wahlniederlage zu erklären, erneut einen Aufbruch zu versprechen, wirkte vor diesem Monument noch kleiner, als die Lage es ohnehin empfahl.

Die Referenz auf Willy Brandt ist in diesen Tagen, da die Partei sich schon freuen sollte, wenn sie zweistellige Wahlergebnisse erzielt, vor allem eines: schmerzhaft. Und das ist nicht bloß ein nostalgischer Stich, weil früher alles besser war, sondern eine nüchterne

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Biografie-Ausgabe 4/2018.
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