In der nordrhein-westfälischen Stadt Ratingen konnte man in den vergangenen 15 Jahren gut beobachten, wie politische Macht entsteht. Es war im Frühjahr 2004, als sich ein Teil der lokalen CDU abspaltete und eine neue Gruppe bildete, die Bürger-Union. Fünf Monate später trat sie bei den Kommunalwahlen an, wurde drittstärkste Kraft und stellte nach einer Stichwahl den Bürgermeister.

Heute ist die Bürger-Union die zweitstärkste Fraktion, 2020 will sie wieder mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten. "Das Wunder von Ratingen" nennt Angela Diehl diesen Erfolg. Sie ist die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Tochter des Bündnisgründers.

Für die politische Konkurrenz ist das Wunder recht einfach zu erklären: Geld. Tatsächlich wurden damals alle 25 Kandidaten der Bürger-Union in einem eigenen Brief vorgestellt, von jedem wurde ein Plakat gefertigt. Das Wahlprogramm wurde in hochglänzende DIN-A5-Heftchen gedruckt, im jüngsten Wahlkampf 2014 lag die Auflage bei 50 000 Stück, die Stadt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 20/2019.
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