Am Abend vor seinem ersten Einsatz ereilte den Allgemeinmediziner Rolf T. aus Lübeck ein denkbar ungünstiges Schicksal: Der Doktor wurde selbst krank. Kaum hatte der Schiffsarzt seine Kabine bezogen, rang er nach Luft. In der Nacht besserten sich seine Beschwerden zwar, aber richtig wohl war T. noch immer nicht, als er am nächsten Morgen um neun Uhr zur ersten Sprechstunde rief. Zu seiner Verwunderung suchten etliche Passagiere das Bordhospital auf, obwohl die Kreuzfahrt gerade erst begonnen hatte.

In der Mehrzahl klagten die Patienten ebenfalls über Atemnot.

Erst nach Ende der Seereise stieß T. auf den Grund für die epidemischen Atembeschwerden: Um dem Befall durch Parasiten vorzubeugen, war das Innere des Schiffes mit Pestiziden besprüht worden. Rückstände der Chemikalien hatten viele der arglosen Schiffsgäste krank gemacht.

Als Rolf T. einem Vorgesetzten von seiner Entdeckung berichtete, bekam er Unerwartetes zu hören: "Nun bleib mal schön ruhig", ließ ihn sein Ansprechpartner wissen. "Über

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 19/2019.
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