Über die Anmut des "Dreispitz" von Binzen könnten Fachleute lange philosophieren. Einer überdimensionalen Panzersperre gleich ragt die Aluminiumskulptur meterhoch aus dem Zentrum eines Kreisverkehrs im Südwesten der Republik.

Dass das vor 18 Jahren installierte Kunstwerk eine erhebliche Gefahr darstellt, ist dagegen amtlich. Das zuständige Landratsamt Lörrach ließ ein Sicherheitsgutachten erstellen, das dem "Dreispitz" ein "hohes Risiko für die Verkehrssicherheit" attestiert: "Selbst Unfälle mit mäßiger Geschwindigkeit", heißt es darin, "können zu schwerem Personenschaden führen." Die Behörde zog die Konsequenz und ordnete die Beseitigung des kantigen Silberlings an.

Doch so einfach lässt sich ein Kunstwerk in Deutschland nicht immer abräumen. Im Internet formierte sich eine Protestgruppe unter dem Motto "Rettet den Dreispitz". 5315 Skulpturfreunde – mehr, als die Gemeinde Einwohner hat – unterzeichneten eine Onlinepetition. Die Gemeinde hatte zuvor Widerspruch gegen die Entsorgung eingelegt.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2019.
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