"Es war am 1. Mai des Jahres 1833, als zum Potsdamer Thore Berlins ein Reisewagen hinausrollte, in dem vier heitere, glückliche Menschen ihrer Vaterstadt jauchzend ein Lebewohl zuriefen. Der Frühling hatte soeben begonnen, hier und da sproßte das erste zarte Laub des Jahres. Die Reisenden achteten indessen nur wenig auf diese ersten Spenden des vaterländischen Bodens; denn sie eilten Italiens Gefilden entgegen. Es war, als fühlten sie sich über ihre Freunde und Bekannte, die im Vaterlande zurückbleiben mußten, erhaben, und mit einer Gleichgültigkeit, die fast Geringschätzung genannt werden konnte, überflog zuweilen ihr Blick die bescheidene Ebene, welche Berlin umgibt. Sie hatten in tausend Büchern gelesen, daß Italien das schönste Land Europa's sei; ihnen sollte jetzt das Glück werden, es kennenzulernen."

So schrieb Gustav Nicolai (1795 bis 1868), seines Zeichens Militärjurist, 1834. Man sollte sich ihn nicht als glücklichen Menschen vorstellen. Seine Schwärmerei für den Aufbruch nach Italien,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 3/2019.
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