Bild der Schau "Utopie und Untergang" Bernhard Heisig: "Brigadier II", 1968 bis 1979
MDBK / BPK / MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE LEIPZIG
Bild der Schau "Utopie und Untergang" Bernhard Heisig: "Brigadier II", 1968 bis 1979

Bundespräsident als Schirmherr

Eine Ausstellung rehabilitiert die DDR-Kunst - zu Recht?

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Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast will zeigen, dass die Malerei der DDR überraschender war als ihr Ruf - und übt viel Nachsicht für die Stützen des SED-Regimes.  Von Ulrike Knöfel

Im Frühjahr 1975 erlaubte sich der Hamburger Kunstverein eine Sensation. Der junge Direktor des Hauses stellte Gemälde des Malers Willi Sitte aus, der immerhin der mächtigste Künstler und Kunstfunktionär der DDR war. Sitte hatte viele Bilder mitgebracht, darunter die fast fünf Meter lange Tafel "Leuna 1969", eine Beschwörung der Schwerindustrie, er ergriff auch selbst das Wort, gab dem SPIEGEL ein Interview, betonte, dass seine weltanschauliche Position "eindeutig" aus seiner Kunst ablesbar sei.

In der Bundesrepublik, so sagte er auch, wolle er sich so vorstellen, "wie ich in meinen Bildern wirklich bin".

Diese Worte hallen seltsam nach in einer Zeit, in der ständig aufs Neue diskutiert wird, ob bei der Betrachtung von halbwegs historischen Werken berücksichtigt werden sollte, was der Künstler dachte oder wollte, wie er war oder wen er schikanierte.

Bald knüpft auch das Düsseldorfer Museum Kunstpalast an diese Diskussion an, unter anderem am Beispiel Sittes, der in der DDR lange den Künstlerverband

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2019.
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