Undine Gieseke, 61, ist Leiterin des Fachgebiets Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung an der 
Technischen Universität Berlin. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht 
und internationale Stadtplanungsprojekte betreut.
Kerstin Müller / SPIEGEL WISSEN

Undine Gieseke, 61, ist Leiterin des Fachgebiets Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung an der Technischen Universität Berlin. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und internationale Stadtplanungsprojekte betreut.

SPIEGEL: Frau Professor Giseke, wie sind Sie heute zur Arbeit gekommen? 

Giseke: Ich gestehe, heute bin ich mit dem Taxi gefahren. Ich genieße es sonst, die Stadt zu erlaufen oder mit dem Fahrrad zu fahren und sie so direkt zu erleben. Ich bin kein Fan von stundenlangem Warten auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Heute lag aber Schnee, und natürlich will man ungern zu spät kommen zum Interviewtermin.

SPIEGEL: Eine schmeichelhafte Ausrede. Liegt darin eines der Probleme für Stadtmenschen, in Bewegung zu bleiben? Wir haben es zu leicht, und wir machen es uns zu einfach? Zu viele Alternativen und Ausreden? 

Giseke: Ich war gerade in Wien, dort wird der Ausbau eines Stadtbezirks für bis zu 20.000 Menschen geplant – bisher leben dort gerade mal 4000. Dort wird im laufenden Projekt durchgerechnet, welche Dichte verträglich ist und wie das System der öffentlichen Räume auszusehen hat, damit man es noch sinnvoll nutzen kann, gesund, mobil, sozial verträglich.

SPIEGEL: Was hat das mit unserer Frage zu tun? 

Giseke: Ausreden werden nicht mehr funktionieren in Zukunft. Viele unserer Großstädte wachsen in einem rasanten Tempo. Weltweit werden schon bald bis zu 60 Prozent der Bevölkerung in Städten leben.

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SPIEGEL: Gleichzeitig beobachten wir in den Städten ein Umdenken und eine Rückbesinnung auf ökologische Bebauung und bewegungsfreundlichere Mobilität. Warum?

Giseke: Weil es zu jeder Bewegung immer auch die Gegenbewegung gibt: Wir werden auf der einen Seite unglaublich beschleunigt durch die digitale Revolution. Das erzeugt aber auch das gegenteilige Verhalten, man lebt Entschleunigung vielleicht als bewussten Gegenpol.

Tatsächlich geht es noch gar nicht um die großen Wege in der Stadt, sondern um kleine Quartiereinbindungen. In der Familienphase absolviert man täglich dieselben kompakten Wege, zur Kita, zum Einkauf, zum Musikunterricht oder Sport. Allein das mit sogenannten weichen Bewegungsformen, also Laufen oder Radeln, machen zu können, wäre ja schon ein Riesengewinn.

SPIEGEL: Sind unsere Städte heute überhaupt noch auf das Laufen ausgerichtet? 

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