Kann das wirklich sein? Als ich das Büro des Mannes betrete, der vor 30 Jahren als Elektriker dazu beitrug, dass der Kommunismus stürzte, sitzt Lech Wałęsa an seinem Schreibtisch und hat tatsächlich einen Schraubenzieher in der Hand. Er trägt eine Weste und macht sich an einem Gerät zu schaffen, das aussieht wie ein altes Telefon.

"Bevor Sie reingehen: Erwähnen Sie ihm gegenüber nicht Ihren Namen", hatte sein Mitarbeiter im Flur geflüstert. "Und auch nicht, woher Sie kommen. Dieses Blabla interessiert den Präsidenten nicht."

Es ist ein Tag im April 2018, unser erstes Treffen in Danzig. Links an einem Tisch haben zwei Mitarbeiter Platz genommen, rechts Wałęsa. Ich setze mich auf das mir zugewiesene Sofa in der Mitte. Schweigend sitzen wir auf unseren Positionen - wie auf einer Bühne, bevor sich der Vorhang hebt.

Es dauert ein paar lange Minuten, dann steht Wałęsa auf. Er läuft zum Sessel gegenüber, ganz vorsichtig lässt er sich hineinfallen. Er schaut mich nicht an, gibt mir nicht die Hand.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2019.
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