Es war eine Zäsur, nicht nur in der Geschichte der DDR, sondern in der Geschichte der Nachkriegszeit: Im November 1976 ließ die SED-Regierung den Liedermacher Wolf Biermann nach einem Westkonzert in Köln nicht wieder einreisen, der oppositionelle Dichter wurde einfach ausgebürgert. Die Hoffnung auf Wandel des real existierenden Sozialismus hatte sich damit erledigt. Schriftsteller wie Christa Wolf, Sarah Kirsch, Stephan Hermlin, Stefan Heym oder Jurek Becker setzten eine Petition auf, mit der sie gegen die "beschlossene Maßnahme" des Politbüros protestierten und baten, diese "zu überdenken". Biermann sollte wieder einreisen dürfen.

Auch Manfred Krug unterschrieb. Bis dahin einer der großen Stars des Landes, Schauspieler, Sänger, Publikumsliebling, manövrierte er sich damit ins berufliche Aus. Er konnte keine Filme mehr drehen, keine Platten mehr aufnehmen, kaum noch Konzerte geben. Ein halbes Jahr später resignierte er, reiste, nachdem ihn die Kulturverordner mit einem Quasiberufsverbot

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 14/2019.
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