Weber betritt den Gasthof Wadenspanner bei Landshut ohne Jackett, von zu Hause aus braucht er nur eine halbe Stunde hierher. Weber, 46, ist seit fast fünf Jahren Chef der größten Fraktion im Europaparlament und strebt nach der Europawahl im Mai nach einem Amt, das ein Deutscher zuletzt in den Sechzigerjahren bekleidete – er will Jean-Claude Juncker als Präsident der EU-Kommission nachfolgen. Davor aber muss er erst einmal die härteste Prüfung bestehen, die die CSU für ihr Spitzenpersonal bereithält: Der Europapolitiker hält die große Rede beim Politischen Aschermittwoch in Passau. Weber nimmt im Jägerstüberl an einem Ecktisch Platz, über ihm hängt eine stolze Reihe Rehbockgeweihe und Gamshörner.

SPIEGEL: Herr Weber, was bedeutet Heimat für Sie?

Weber: Geborgenheit. Und das Gefühl der Sicherheit, dass man seine Umgebung gut einschätzen kann, weil man sie lange kennt. Es ist die Gewissheit, an diesen einen Ort zu gehören. In einer Zeit enormer Veränderungen ist dieses Heimatgefühl für die Menschen besonders wichtig.

SPIEGEL: Für Ihre Bewerbung zum Spitzenkandidaten bei der Europawahl ließen Sie einen Film drehen, der Sie fast ausschließlich in Wildenberg zeigt, beim Kirchgang, im Gespräch mit Senioren oder als Gitarrist einer Band. Was wollen Sie den Wählern auf Sizilien oder in Warschau damit vermitteln?

Weber: Die Botschaft ist ganz einfach: Auch Europapolitiker wie ich wissen, wo unsere Wurzeln liegen. Wir kennen die Sorgen der Menschen und sind stolz auf unsere Heimat.

SPIEGEL: Sie haben den Großteil Ihres beruflichen Lebens in Brüssel verbracht – ist die Hauptstadt der EU für Sie Heimat?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 10/2019.
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