Ein Sandsturm zieht über die Oasenstadt M'Hamid El Ghizlane hinweg, bedeckt Häuser und Straßen mit einer feinen gelben Schicht, erschwert das Atmen und brennt in den Augen. Halim Sbai, 48 Jahre alt, blickt auf die Reste der Lehmmauer seines Geburtshauses am Rand der Oase. "Immer wenn ich hier bin, schieben sich das alte und das neue Bild von diesem Ort übereinander", sagt er. "Dann sehe ich die Unterschiede."

Bevor der Regen ausblieb und die Sandstürme immer häufiger wüteten, ragten hier, in der Oase im Süden Marokkos, Dattelpalmen empor. In ihrem Schatten wuchsen Granatapfelbäume, Weizen und Wassermelonen, so dicht, dass sich Sbai nach Regengüssen durch eine Art Dschungel kämpfen musste, wenn er im Wadi Draa nahe seinem Haus schwimmen wollte.

Heute steht er im Flussbett, das die Sonne hart gebrannt hat. Wedel hängen von ein paar Palmen herab. Die tragen keine Datteln mehr, manche sind bereits verdorrt, nicht mehr als ein kahler Stamm. Mit ihnen stirbt die Oase.

Sbais Vorfahren verteidigten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 24/2019.
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