Martin Müller, 49, ist Professor am Institut für Nachhaltige Unternehmensführung an der Universität Ulm  

SPIEGEL: Die Bundesregierung will zunächst 7000 Fragebögen verschicken, um zu erheben, wie deutsche Firmen die Einhaltung sozialer Standards und Menschenrechte in ihren globalen Lieferketten garantieren. Warum reagiert die Industrie so geschockt? 

Müller: Getroffene Hunde bellen. Die deutsche Wirtschaft profitiert seit Jahrzehnten von der Globalisierung – und damit auch von niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen in anderen Teilen der Welt. Es ist überfällig, dass ein Teil dieser Gewinne auch dafür eingesetzt wird, die Menschenrechte vor Ort zu verbessern.

SPIEGEL: Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungsminister Gerd Müller drohen mit einem "Wertschöpfungskettengesetz", falls die Sorgfaltspflicht nicht greift.

Müller: Es ist gut, wenn die Politik Druck macht. Es gibt zwar in allen Branchen Vorreiter, die soziale und ökologische Standards bereits fest in den Verträgen mit

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 12/2019.
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