Antonio Tajani hatte sich weit hervorgewagt: "Ich werde jedes Mitglied hart bestrafen, das sich nicht an unsere Regeln hält", sagte der Präsident des Europaparlaments im Herbst 2017. Es ging um sexuelle Belästigung, mitten in der gerade entfachten Debatte rund um #MeToo.

Damals waren Dutzende Vorwürfe sexueller Belästigung im Europaparlament bekannt geworden, mehr als in jeder anderen staatlichen Institution in Europa. Tajani klang, als wollte er einen Kulturwandel. Doch das war nur Fassade, sagen heute diejenigen, die sich im EU-Parlament für neue Bestimmungen einsetzen.

Julia Reda zum Beispiel. Die Abgeordnete, die bis vor Kurzem bei der Piratenpartei war und in den vergangenen Monaten mit ihrem Kampf gegen die Urheberrechtsreform bekannt wurde, hat monatelang versucht, einem Mitarbeiter zu kündigen, nachdem ihr mehrere Frauen berichtet hatten, sie seien von ihm belästigt worden. So klar der Fall eigentlich schien, entlassen konnte Reda ihn deswegen nicht.

Oder Terry Reintke, Abgeordnete

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 15/2019.
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