SPIEGEL: Herr Roth, macht Ihnen der Balkan Sorge?

Roth: Wir sollten die aktuellen Weckrufe sehr ernst nehmen und uns stärker engagieren. Die EU ist bei aller Kritik der größte Friedens- und Stabilitätsanker der Welt. Aber unsere eigenen Probleme verstellen uns bisweilen den Blick auf unsere unmittelbare Nachbarschaft. Das ist ärgerlich, denn gerade auf dem westlichen Balkan standen wir in den Neunzigerjahren am Abgrund.

SPIEGEL: In Albanien demonstriert die Opposition gegen Korruption in der Regierung. Geraten dadurch die Beitrittsgespräche in Gefahr?

Roth: Proteste sind eine Selbstverständlichkeit in einer lebendigen Demokratie. Aber Gewalt und Hass, der Boykott von Wahlen, der Auszug der Opposition aus dem Parlament sind absolut inakzeptabel. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Opposition kein ernsthaftes Interesse mehr an einem EU-Beitritt hat. Albanien hat bereits eine große Strecke auf dem Weg in die EU zurückgelegt. Die Opposition gefährdet mit ihrer Obstruktionspolitik die positive

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 21/2019.
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