Es war in der dritten oder vierten Klasse der Grundschule, genau weiß ich es nicht mehr, als ich eines Tages ein rotes Porzellanschwein auf meinem Pult fand. Es war ein Geschenk der Sparkasse. Wenn wir viel Geld hineinsteckten und zur Bank trügen, so sagte die Lehrerin, würden wir es es später mit Gewinn zurückbekommen. Ich weiß noch, wie verblüfft ich war. Die Bank muss das Geld in einen teuren Safe legen und mit großem Aufwand bewachen, dachte ich, und trotzdem erhält man am Ende mehr Geld zurück, als man eingezahlt hat. War das ein Wunder? Die Lehrerin nannte es „Zins“.

Möglicherweise sind es solche Kindheitserlebnisse, die uns Deutsche überwiegend zu fleißigen Sparern machen. Wir legen nicht nur mehr Geld auf die hohe Kante als die Bürger der meisten anderen Nationen. Wir wollen auch, dass unsere Politiker genauso eifrig das Geld zusammenhalten und für die „schwarze Null“ oder die Schuldenbremse brennen.

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