SPIEGEL: Frau Ahrndt, Bund, Länder und Kommunen haben diese Woche erklärt, sie wollten "Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten" nach Afrika, Asien oder Amerika zurückgeben. Müssen Sie jetzt Ihr Museum leer räumen?

Ahrndt: Nein. Bis zu 80 Prozent des Sammlungsguts in ethnologischen Museen sind Alltagsgegenstände, also Küchengeräte, Jagdwaffen, Möbel. In der Rückgabedebatte geht es um kulturell und historisch sensible Objekte, also menschliche Überreste, sakrale Objekte oder Herrschaftszeichen.

SPIEGEL: Auch die Alltagsgegenstände könnten geraubt sein.

Ahrndt: Wir haben in Bremen Objekte, die aus einer deutschen Strafexpedition im Norden Kameruns stammen. Das erforschen wir jetzt. Das Gros der Stücke kam durch Tausch in die Museen. Wer stiehlt schon einen Korb? Wahrscheinlicher ist, er wurde getauscht. Dann muss man sich fragen, war der Tausch angemessen und freiwillig? Oft lässt sich das nicht klären. Aber die Annahme, alles sei geraubt, geht fehl.

SPIEGEL: Was macht Sie so sicher?

Ahrndt: Es

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 12/2019.
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