Als Lisa an diesem Morgen vor anderthalb Jahren ihren zweijährigen Sohn hochhebt, kommt der Schmerz aus dem Nichts. Wie ein Pfeil bohrt er sich zwischen ihre Rückenwirbel. Minutenlang kann die 39-Jährige sich nicht aufrichten. Dann schleppt sie sich und ihr Kind Stufe für Stufe aus dem dritten Stock nach unten. Da wartet ihr zweiter Sohn, drei Jahre alt, schon im Auto. Sie fährt die Kinder in die Kita – und sich gleich danach zum Arzt.

Lisa heißt eigentlich anders. Sie lebt mit ihren Söhnen in einem norddeutschen Großstadtmietshaus. Draußen auf der Hauptstraße tosen die Autos vorbei. Seit der Trennung vom Vater ihrer Kinder plagen die Frau mit den leuchtend blauen Augen regelmäßig starke Schmerzen in den Schultern und im Rücken. Migräne kam irgendwann hinzu. Sie fühlt sich, "als ob mich ein Lkw überfahren hätte". Um die Schmerzen zu unterdrücken, schluckt sie Tabletten – mit den üblichen Nebenwirkungen: Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Wissen-Ausgabe 6/2018.
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