"Willkommen in Gaza", sagt der Mann in der Uniform der Palästinensischen Autonomiebehörde. Es klingt, als säße er an der Rezeption eines Ferienresorts. In meinem Kopf hallt noch die Drohung der israelischen Grenzbeamtin von vor zehn Minuten: Um drei machen wir hier zu. Wenn Sie bis dahin nicht zurück sind, haben Sie Pech gehabt.

Ich stehe im Niemandsland zwischen Israel und dem Gazastreifen. Es ist kurz nach halb neun, und ich höre bereits Stimmen. Ich höre oft Stimmen, seit ich in Israel lebe, meist sind sie vorwurfsvoll. Sie sagen im Wesentlichen immer dasselbe: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.

Der Mann bekritzelt einen kleinen weißen Zettel und schiebt ihn durch die Luke. Den Zettel trägt man zu einem anderen Mann in Uniform, der 15 Meter weiter wartet. Es soll alles so aussehen, als würde man ein souveränes Land betreten, aber es wirkt wie im Kaufmannsladen. Gaza ist nicht groß, wird aber von verschiedenen Kräften beherrscht. Man fährt mit einem altersschwachen Taxi für zehn Schekel

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 27/2019.
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