Kaum dem Flugzeug entstiegen, ledert er los. Flüchtlingen, "die vergewaltigen, klauen, dealen", werde er per Gesetz das Handwerk legen, droht Matteo Salvini am Ende einer Afrikareise; von Zuwanderern, die "nicht vor Kriegen fliehen, sondern Krieg in unser Land bringen", habe Italien genug.

Kein Tag vergeht ohne Kampfansage von Salvini. Seit dem 1. Juni im Amt als Innenminister, hat sich der Parteichef der rechtsgerichteten Partei Lega aufgeschwungen zum Sprachrohr der Regierung unter Giuseppe Conte. Salvinis Motto ist simpel – "Italiener zuerst" –, sein Umgangston rabiat. Die Folgen sind spürbar.

Mal wird am helllichten Tag auf farbige Passanten in Macerata gefeuert, mal nachts ein Marokkaner in Aprilia zu Tode gehetzt oder in Caserta auf Männer aus Mali geballert – die Fülle der Meldungen aus dem Sommer und Herbst 2018 über Gewalttaten hat nicht nur in Italien Entsetzen ausgelöst. Mindestens 70 rassistische Vorfälle zwischen Juni und Oktober sind verbürgt.

Vor Selbstjustiz und "Wildwest-Mentalität"

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 50/2018.
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