Sein Zuhause schützte Stefan* wie eine Festung. Die Wohnung lag am Ende einer Sackgasse. Kameras überwachten den Eingang und die Umgebung. Was immer auf Stefans Straße passierte, wer immer vor seiner Tür stand, er bekam es mit. Auch an jenem Morgen vor zehn Jahren.

Ein kurzer Blick aus dem Fenster genügte. Vor seiner Tür stand ein Mann. "Verfilztes Haar und Baskenmütze", sagt Stefan. "Ich erkannte den Feind sofort." Der Feind war ein Ermittler der Kriminalpolizei. Stefan wusste, in wenigen Minuten würde er mit seinen Kollegen die Wohnung stürmen. Allein hätte er seine Festung verteidigt.

Doch das ging nicht. Stefan war nicht allein, seine Freundin schlief neben ihm. Statt eines Angriffs blieb ihm nur: die Kapitulation.

Er weckte seine Freundin auf, schob sie ins Badezimmer und sperrte von außen zu. "Du öffnest die Tür erst, wenn ich weg bin". Bevor Stefan wieder an das Fenster trat, riss er seine Fahnen von den Wänden - obwohl er ahnte, dass es zu spät war. "Ich stelle mich", rief er nach unten.

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