Martin Liebmann, 52, treibt ein Thema um: wie Menschen mit ihrer Zeit umgehen. 15 Jahre lang habe er nachgedacht, sagt er, anschließend in sechs Wochen ein Buch darüber geschrieben. Liebmann ist Vorsitzender des "Vereins zur Verzögerung der Zeit" und leitet eine Agentur für Markenberatung bei Lübeck.

SPIEGEL: Herr Liebmann, entschuldigen Sie die Verspätung. Meine Anreise hat sich um zwei Stunden verzögert.

Liebmann: Dafür müssen Sie sich nicht entschuldigen.

SPIEGEL: Was haben Sie in der Zeit gemacht?

Liebmann: Ich habe im Café gesessen. Mit Bekannten gesprochen. Menschen beobachtet, die vorbeigingen. Jeden Morgen sitze ich mit meiner Frau da und starte ruhig in den Tag. Das ist eine angenehme Art des Faulseins. Es hat schon etwas Kontemplatives. Wir sitzen da und unterhalten uns vier, fünf Stunden. Der Tag verfliegt. Das ist eine Faulheit, die ich genieße.

SPIEGEL: Was bedeutet das für Sie eigentlich: faul zu sein?

Liebmann: Der Inbegriff der Faulheit ist für mich, einfach nur irgendwo zu sitzen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2019.
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