Was ist ein Naturschutzgebiet? Ein Gebiet, in dem die Natur sich selbst überlassen bleibt, möchte man meinen. Weit gefehlt, zumindest in den deutschen Küstengewässern. Sechs sogenannte Natura 2000-Gebiete hat die Bundesregierung 2017 in Nord- und Ostsee ausgewiesen, um den EU-Umweltschutzstandards zu genügen. Zwei Jahre später ist nun – zunächst für die Nordsee – mit den EU-Nachbarn eine "gemeinsame Empfehlung" nach Brüssel übermittelt worden, wie die Berufsfischerei einzuschränken sei, um Meerestiere, Riffe und Sandbänke tatsächlich zu schützen.

Kritiker halten das Papier für reinen Hohn. Denn in Teilen der Schutzzonen sollen auch künftig Stellnetze erlaubt sein, in denen Schweinswale und Seevögel ertrinken. Außerdem fehlte der Mut, Schleppnetze komplett zu verbieten, die filigranes Meeresgetier vom Grund raspeln. Im Fachjournal "Science" berichten Forscher nun, dass gefährdete Arten in Schutzgebieten mit Grundschleppnetzfischerei zum Teil sogar stärker bedroht seien als außerhalb.

Die Schutzzonen

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 10/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!