An dem Tag, als schwarz gekleidete Neonazis in München das Ende des NSU-Prozesses beklatschen, sitzt Andreas Buchheim im Auto auf dem Weg zu einem Termin. Der Bürgermeister der Gemeinde Elsteraue in Sachsen-Anhalt hat den spektakulären Prozess nicht so genau verfolgt. Er gehört zu den Menschen im Land, die nur den Namen Beate Zschäpe kennen. Wie die Männer heißen, die mehr als fünf Jahre lang mit ihr auf der Anklagebank saßen, weiß er nicht.

Buchheims Telefon klingelt, er fährt rechts ran. So erzählt er es heute, ein Jahr danach. Am Apparat: der Vertreter des Landrats, der ihm mitgeteilt habe, Ralf Wohlleben werde in den kommenden Tagen nach Elsteraue ziehen. Ralf Wohlleben? Buchheim muss nachfragen.

Im benachbarten Thüringen war Wohlleben ein führender Neonazi, Vizevorsitzender der NPD. Im Prozess gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" beschuldigte ihn die Anklage der Beihilfe zum neunfachen Mord. Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft war er "die steuernde Zentralfigur der gesamten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2019.
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