SPIEGEL: Herr Felbermayr, trinken Sie gern schottischen Whisky?

Felbermayr: Sehr selten. Aber ich habe einige Flaschen im Haus, falls mal Gäste kommen.

SPIEGEL: Denken Sie darüber nach, auf andere Marken umzuschwenken, wenn es zum Brexit kommen sollte?

Felbermayr: Das kommt darauf an, ob Europa einen Zoll erhebt. Nach jetzigem Stand ist das eher unwahrscheinlich. Und wenn dann noch das Pfund abwertet, womit im Brexit-Fall zu rechnen wäre, könnte Scotch sogar billiger werden. Dann würde ich ihn natürlich weiter kaufen.

SPIEGEL: Die jüngste Niederlage von Premier Boris Johnson vor dem Obersten Gericht stärkt aber seine Gegner im Unterhaus, die einen EU-Austritt ohne Abkommen verhindern wollen. Ist der sogenannte harte Brexit damit vom Tisch?

Felbermayr: Keineswegs. Johnson hat immer gesagt, dass er zur Not auch ohne Deal aus der EU ausscheiden will.

SPIEGEL: Aber genau das hat das Unterhaus doch per Gesetz ausgeschlossen.

Felbermayr, 43, ist im österreichischen Steyr geboren. Vor seinem Wechsel an die Spitze des Kieler Instituts für Weltwirtschaft war der Volkswirtschaftsprofessor am Ifo-Institut in München tätig.
Steffen Roth / DER SPIEGEL
Felbermayr, 43, ist im österreichischen Steyr geboren. Vor seinem Wechsel an die Spitze des Kieler Instituts für Weltwirtschaft war der Volkswirtschaftsprofessor am Ifo-Institut in München tätig.

Felbermayr: Nein. Das Unterhaus hat Boris Johnson gezwungen, die EU um eine Verlängerung der Verhandlungen zu bitten. Dieser Bitte wird er wohl nachkommen. Damit wäre zwar ein harter Brexit Ende Oktober verhindert, danach aber kann es jederzeit dazu kommen. Johnson drängt auf Neuwahlen. Weil er in den Umfragen gut dasteht, ist seine Position besser, als es viele in Deutschland wahrhaben wollen.

SPIEGEL: Und dann könnte es zu jenem ungeregelten Austritt kommen, vor dem sich Europa fürchtet. Ist die Angst berechtigt?

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!