Noch fährt Dieter Zetsche, 66, morgens mit einer schwarzen Maybach-Limousine am Daimler-Vorstandsgebäude in Stuttgart vor. Bis Mittwoch, dann tritt Deutschlands bekanntester Autoboss nach 13 Jahren ab – es ist das Ende einer Ära. Mit seinem lässigen Äußeren – Walrossbart, Jeans und Sneakers – hat Zetsche sich selbst zur Marke entwickelt. Er ist inzwischen fast so populär wie Mercedes.

Doch beide Marken, Zetsche und Mercedes, haben zuletzt Kratzer abbekommen. Seinem Nachfolger hinterlässt der Daimler-Chef einen verunsicherten Konzern.

Zwar ist der Autobauer immer noch der größte Premiumhersteller der Welt, aber ein Pionier ist er nicht mehr. Andere meistern den Wandel zur E-Mobilität schneller oder arbeiten profitabler. Um aufzuholen, musste Zetsche die Entwicklungskosten nach oben schrauben – ausgerechnet jetzt, da die Absatzmärkte rund um den Globus schwächeln.

Auch die Dieselvergangenheit lässt Daimler nicht los. Seit Februar läuft ein Bußgeldverfahren. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts gegen Daimler-Mitarbeiter. Der Konzern bestreitet, betrogen zu haben.

Und so ruhen nun alle Hoffnungen auf Zetsches Nachfolger. Ola Källenius, 49, soll Daimler vom Dieseldunst befreien und in eine emissionsfreie Zukunft führen. Von ihm wird es abhängen, ob Mercedes weiter eine führende Weltmarke bleibt – oder von Rivalen wie Tesla eingeholt wird.

Viel Zeit bleibt ihm nicht.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 21/2019.
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