Seit dem Tag, an dem Stan zu uns kam, war uns klar, dass Stan in Gefahr war, jede Minute, jede Sekunde; vielleicht war das der Grund, warum meine Frau Stan so liebte. Stan war eine Vase aus dem Hause Kaheku, Deko und Wohnaccessoires.

Stan, schlank und silbergrau, stand bei uns im Flur auf dem Schuhschrank, auf einer Glasplatte, 20 Zentimeter breit. Sie stand das erste Jahr und überstand das zweite, ich hörte sie hinter mir kippen, aufschlagen, zerspringen, als ich mich im dritten Jahr mit einer Matratze um das Geländer der Kellertreppe wand. Ich wusste, was das bedeutete. Ich hatte Stan auf dem Gewissen. Wir brauchten eine neue Stan.

Ich googelte sie im Netz, anscheinend die Letzte ihrer Art. Die Händlerin verlangte 31 Euro. Ich war erleichtert. Ich nahm mir vor, Stan ohne Worte einfach wieder hinzustellen, als wäre sie nie aus unserem Leben gerissen worden.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2019.
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