Snyder, 50, ist Professor an der Yale University und Fellow am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen. 2010 sorgte er mit seinem Buch "Bloodlands" für Aufsehen, in dem er die Vernichtungspolitik der Nazis und des sowjetischen Stalin-Regimes beschrieb. Zuletzt veröffentlichte er den Bestseller "Der Weg in die Unfreiheit: Russland, Europa, Amerika".

SPIEGEL: Herr Professor Snyder, 1989 ist als Jahr der Freiheit in die Geschichte eingegangen, der Demokratie schien die Zukunft zu gehören. 30 Jahre später steckt sie in einer schweren Krise, auch in Europa. Was ist passiert?

Snyder: Ja, die Demokratie hat heute weniger Anhänger als damals. Es war eben ein Fehler zu glauben, sie stehe zwingend am Schlusspunkt der gesellschaftlichen Entwicklung. Francis Fukuyama hat 1992 die liberale Demokratie als das "Ende der Geschichte" betrachtet, als gäbe es keine Alternativen. Aber natürlich gibt es die, und die Demokratie ist nie ein Endzustand.

SPIEGEL: In Europa war sie immerhin sieben Jahrzehnte

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2019.
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