SPIEGEL: Frau Vogel, was stört Sie am Gesetz, das Suizidbeihilfe erschwert?

Vogel: Paragraf 217 ist geschaffen worden, um dubiosen Sterbehilfevereinen das Handwerk zu legen. Er ist aber so unscharf formuliert, dass wir Ärzte, die Patienten am Ende ihres Lebens begleiten, uns strafrechtlich bedroht fühlen.

SPIEGEL: In welcher Hinsicht?

Vogel: Unsere Schwerstkranken brauchen Schmerzmittel, auch solche, die schnell wirken, wenn jemand plötzlich starke Schmerzen hat oder keine Luft mehr bekommt. Wir verschreiben sie im Vorrat für zu Hause, mit dem Ziel, Symptome zu kontrollieren. Das ist ein Fortschritt; die Kranken sind ja autonome, erwachsene Menschen. Aber wenn ein Patient diese Mittel bunkert, kann er sich damit suizidieren. Dann droht uns die Anklage, weil wir die Mittel geschäftsmäßig verschreiben, was bedeutet: nicht nur einmal, sondern auf Wiederholung angelegt. Und das ist laut Gesetz verboten.

SPIEGEL: Mit welchen Folgen?

Vogel: Es ziehen sich Kollegen aus der Begleitung dieser Patienten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 16/2019.
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