Zwei Stunden vor Mitternacht erreicht Bruder Ciriaco Jun Santiago das Bestattungsinstitut, die Nacht klebt wie ein nasses Laken an seinem Körper. Es sind noch immer mehr als 30 Grad Celsius. Schweißtropfen laufen von Santiagos Stirn über den Nasenrücken und tropfen auf den Asphalt.

Es sind die Toten des Drogenkriegs, die Santiago, den Missionar, hinaus in die Nacht treiben. Er ist hier, um nach ihnen zu sehen. Santiago betritt das Büro. Ein kauziger kleiner Mann im Feinrippunterhemd sitzt am Schreibtisch, er erstellt Berichte über das Sterben.

Ein paar Sekunden lang hält Santiago sein Gesicht vor den Wandventilator, der die stickige Luft des Büros verquirlt. "Was gibt's Neues?"

Orly Fernandez, der Bestattungsunternehmer, zeigt schweigend auf eine weiße Tafel. Drei Namen stehen darauf:

Jerito Garganta, 34.

Angelito Lizada, 29.

Noel Pineda, 47.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2019.
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