Es ist der Abend des 27. September 2016. Die Berliner Polizei wird in eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Moabit gerufen. Die Beamten sollen einen Mann festnehmen, der ein Mädchen missbraucht hat. Die Stimmung ist aufgeheizt. Als der Verdächtige in Handschellen abgeführt wird, stürmt der Vater der Sechsjährigen auf den Mann zu, zwei Polizisten versuchen, ihn zu stoppen. Plötzlich sei ein Warnruf wie "Messer, Messer!" zu hören gewesen, erinnern sich Zeugen. Kurz danach fallen Schüsse, einer trifft den Vater in den Oberkörper. Er stirbt.

Ein erstes Ermittlungsverfahren gegen die Polizeibeamten stellte die Staatsanwaltschaft nach sieben Monaten ein: Die Schüsse seien aus Nothilfe oder Notwehr abgegeben worden und somit gerechtfertigt gewesen. Damit wollte der Anwalt der Witwe sich nicht abfinden: Zu viele Fragen seien offen geblieben.

Im April 2018 ordnete das Kammergericht Nachermittlungen an. Die Frage, ob der Vater tatsächlich mit einem Messer bewaffnet war, als er auf den Peiniger seiner

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 31/2019.
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