Ein massives Stahltor öffnet sich und gibt den Blick frei auf einen düsteren Stollen. Vom gegenüberliegenden Wittekindsberg grüßt die Statue Kaiser Wilhelms I. mit imperialer Geste. In der nasskalten Grotte, rund einen Kilometer Luftlinie vom Denkmal entfernt, ist zu besichtigen, wohin der deutsche Nationalismus am Ende führte.

Die unterirdische Anlage im westfälischen Porta Westfalica erinnert daran, wie tief eine Nation sinken kann. Das Stollensystem war in der Nazizeit als "Dachs 1" bekannt; noch wenige Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs mussten vor allem Insassen aus dem Konzentrationslager Neuengamme in Hamburg hier unter menschenverachtenden Bedingungen schuften. Mit Spitzhacken und bloßen Händen bauten die Häftlinge den Stollen zu einer Produktionsstätte für Schmieröl aus.

Lange Jahre war das Tunnelsystem in Vergessenheit geraten. Bis heute weist vor Ort keine Gedenktafel auf jene entsetzlichen Geschehnisse hin, die sich dort von März 1944 an ereigneten. Nun aber soll der Schacht

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2019.
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