Der Mann, den die Polizisten in die Psychiatrie des Schleswig-Holsteinischen Universitätsklinikums in Lübeck bringen, ist offensichtlich verwirrt. Er ist fast nackt, hat nur noch Socken an. Er stößt unartikulierte Laute aus. Er schlägt um sich. Er ist ein Fall für erfahrene Ärzte und Pfleger.

Gut eine halbe Stunde später ist der Mann fast tot. Er atmet nicht mehr. Noch einmal wird er wiederbelebt und anschließend über drei Wochen auf der Intensivstation beatmet. Dann stirbt er, ohne wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein.

Was in der Notfallambulanz von Station 5 passierte, wirft die Frage auf, ob der Tod des 33-jährigen Wolfgang H. vermeidbar war, ob Ärzten und Pflegern die Situation entglitten ist. Der tobende Patient wurde fixiert, bekam zwangsweise Medikamente. Weil das allein nicht half, soll noch massivere Gewalt angewendet worden sein.

Die Eltern von Wolfgang H. verloren ihren einzigen Sohn, ein zehnjähriger Junge trauert um seinen Vater, eine junge Frau um ihren Partner. Der Fall beschäftigt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 9/2019.
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