Zuverlässig soll sie sein. Pflichtbewusst, diskret und sachkundig. Dafür soll die Haushaltshilfe Anspruch auf Sozialleistungen haben und fair entlohnt werden. So sieht das Idealbild aus. In der Realität putzen die meisten Leute selbst, weil sie zwar eine Hilfe suchen, aber keine finden. Nur acht Prozent der Haushalte beschäftigen tatsächlich eine Haushaltshilfe, hat das Institut der deutschen Wirtschaft berechnet. Oftmals scheitere die Suche nach einer legalen Hilfskraft am knappen Angebot, so das Institut. Und diejenigen, die eine Unterstützung gefunden haben, beschäftigen sie in der Mehrheit schwarz. Bei knapp 90 Prozent liegt demnach die geschätzte Quote für Schwarzarbeit in privaten Haushalten.

Woran das liegt und wie es besser geht - die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist denn so schwer daran, eine Putzhilfe legal zu beschäftigen?

Theoretisch nichts. Wer seine Haushaltshilfe als Minijobber (bis 450 Euro monatlich) beschäftigen möchte, kann sie relativ unkompliziert anmelden. Die Minijob-Zentrale stellt auf ihrer Webseite das entsprechende Formular, den sogenannten Haushaltsscheck, zur Verfügung und berechnet die Abgaben. Abgeführt werden diese auch an die Minijob-Zentrale. Aufwändiger wird die Anmeldung, wenn eine Haushaltshilfe mit ihren Einnahmen über dem Grenzwert liegt und deshalb keinen Minijob mehr annehmen kann. Dann nämlich muss sie als sozialversicherter Arbeitnehmer tätig werden. Die Alternative: Die Reinigungshilfen sind selbstständig und haben ein Gewerbe angemeldet. Dann begleichen die Kunden nur die Rechnung. Die Minijob-Zentrale überprüft auf Anfrage, ob das Gewerbe tatsächlich angemeldet ist.

Wird die Putzhilfe dann teurer?

In den meisten Fällen nicht. Wer eine Haushaltshilfe auf Minijob-Basis beschäftigt, kann bis zu 20 Prozent der entstandenen Kosten, höchstens 510 Euro im Jahr, steuerlich geltend machen. Bei einem Lohn, der dem tariflich vereinbarten Branchenmindestlohnvon derzeit 10,56 Euro im Westen (einschließlich Berlin) und 10,05 Euro im Osten mindestens entspricht, wird die Reinigungshilfe oftmals günstiger. Die Minijob-Zentrale bietet auf ihrer Webseite einen Rechner, mit dem der Arbeitgeber individuell die genauen Kosten berechnen kann.

Wie findet man eine Haushaltshilfe, die sich anmelden lassen will?

Da kommen wir zur Praxis - und stoßen auf ein großes Problem. Viele Haushaltshilfen verdienen das Geld lieber an staatlichen Stellen vorbei. "Schwarzarbeit in Privathaushalten gilt immer noch mehr als Nachbarschaftshilfe, weniger als Straftat", erklärt Daniela Frieling, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands haushaltsnaher Dienstleistungsunternehmen (BHDU).

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!