Wie unendlich kompliziert muss eine Idee sein, dass Albert Einstein an ihr verzweifelt? "Spukhaft" seien diese Quanten, klagte Einstein, und nur zu verstehen, wenn man glaube, dass der Herrgott "würfelt oder sich telepathischer Mittel bedient". So "unerträglich" schienen Einstein die Mechanismen dieser kleinsten Bestandteile des Universums, dass er lieber an seinem Lebenswerk zweifelte, als die Gesetze der Quanten zu akzeptieren: "Wenn schon, dann möchte ich lieber Schuster oder Angestellter in einer Spielbank sein als Physiker."

Die Welt der winzigsten aller Teile ist, gelinde gesagt, eine seltsame Welt, das lässt sich auch ohne Nobelpreis schnell erkennen. Die Regeln der klassischen Physik gelten hier nicht, erst recht nicht die der menschlichen Intuition: Objekte können in mehreren Zuständen zugleich existieren, wie ein Fernseher, der gleichzeitig an- und ausgeschaltet ist. Partikel verändern sich, wenn sie beobachtet werden, als wäre der Himmel nur blau, wenn man hinschaut – sonst aber rot.

Aber wenn man diese Quanten beherrschen könnte, was für Möglichkeiten böten sich dann? Unglaubliche, auch das ahnte schon Einstein, und die Geschichte hat gezeigt: Die Menschheit machte enorme Sprünge, wenn es ihr gelang, ein Stück mehr vom Universum zu verstehen und nutzbar zu machen. Das Atom, oder das Byte.

Mit einem Quantencomputer ließe sich quasi die Natur selbst berechnen, denn er würde ausgewählte Aufgaben Millionen Mal schneller lösen als die größten heutigen Supercomputer – und damit Dinge ermöglichen, die bislang undenkbar sind. Es wäre ein Computer, der alles, was denkbar ist, auch berechnen kann. Ein Superhirn. Eine Maschine für alles.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 21/2019.
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