SPIEGEL: Herr Professor Vogel, leben wir in besonders grausamen Zeiten?

Vogel: Nein. Wir leben in einem Zeitalter, in dem zu viele Grausamkeiten geschehen. Das ist aber leider schon immer der Fall gewesen. Nehmen Sie den Dreißigjährigen Krieg; damals sank die Zahl der Einwohner in Deutschland auf ein Drittel. Wenn Sie das als Vergleichsgröße heranziehen, dann sind wir heute nicht einmal annähernd bei dieser Größenordnung.

SPIEGEL: Wie kamen Sie auf die Idee, die Gräuel der Welt in Form von Röntgenbildern zu dokumentieren?

Vogel: Ich fand, dass man ein Röntgenbild lesen kann wie ein Zeitdokument, aus dem man Informationen darüber ableiten kann, welche Gewaltmuster es in einer bestimmten Region gibt.

SPIEGEL: Sind die Unterschiede so groß?

Vogel: Durchaus. Das fiel mir auf, als ich Anfang der Achtzigerjahre Gastprofessor an der University of Monterrey in Mexiko war. Der Freitag hat in den meisten Ländern Lateinamerikas eine besondere Bedeutung. So auch in Mexiko, da ist er bis heute der Zahltag.

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!