An einem lauen Sommerabend, kurz nach den Massakern in El Paso und Dayton, stehen in Fairfax, einem Vorort von Washington, D. C., mehrere Hundert Demonstranten an einer Ausfallstraße und zünden Kerzen an. Hinter ihnen erhebt sich ein blauer Klotz aus Glas und Beton, man sieht ihn schon von der Autobahn, die aus der Hauptstadt herausführt. Hoch oben leuchten feuerrot fünf Wörter: "National Rifle Association of America".

Im Gebäude scheint sich niemand für die Demonstranten zu interessieren. In einigen Büros brennt noch Licht, sonst ist alles ruhig. Die Mitarbeiter der NRA, der mächtigsten Waffenlobby der Welt, kennen das schon: dass Protestmärsche aufziehen, wenn wieder einmal ein Schütze Menschen niedergemäht hat. Nach den beiden Massakern am vergangenen Wochenende stand eine kurze Notiz auf der NRA-Website: Man fühle mit den Opfern der Familien, werde aber weiter für das Recht der Amerikaner eintreten, Waffen zu tragen. Sechs Zeilen für 31 Tote, das musste genügen.

Unten auf der Straße stimmt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2019.
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