Paul Goo ist irritiert. "Was soll diese Ausstellung?", fragt er, ein freundlicher Priester Mitte dreißig aus Kanada, der gerade seine Abschlussarbeit schreibt. Ein Kommilitone aus Tansania, auch er ganz in Schwarz mit weißem Priesterkragen, ist wütend. Warum muss er sich hier an seiner Alma Mater von Ungläubigen belästigen lassen?

Sie meinen die Fotoschau, die hier gezeigt wird, ausgerechnet an ihrer Hochschule, zu Füßen einer marmornen Jesusstatue. Auf den Bildern des britischen Fotografen Aubrey Wade sind Ungläubige aus aller Welt zu sehen: eine elegante Nō-Schauspielerin aus Japan, zwei eng umschlungene Männer aus Brasilien, eine wild tätowierte "Chaos-Magierin", die mit "Fake-Religion" den Glauben attackiert, sozusagen Weihwasser mit Weihwasser bekämpft.

Die Invasion der Gottlosen trug sich diese Woche im Herzen des Katholizismus zu: an der Gregoriana in Rom. Die päpstliche Universität, an der Goo studiert, gilt als Kaderschmiede des Vatikans, gegründet im Jahre des Herrn 1551 vom heiligen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2019.
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