Romance-Scamming, der digitale Liebesbetrug, läuft immer nach demselben Muster ab: Bei Instagram, Facebook, Xing oder einer Online-Partnerbörse meldet sich eine fremde Frau oder ein fremder Mann. Aus einem kurzen Kontakt werden lange Nachrichten, aus einem kleinen Online-Flirt entsteht die vermeintlich große Liebe, und aus zwei Fremden werden zwei Vertraute. Nur kommt es nie zu einem Treffen und das hat einen Grund: Es geht in Wahrheit nur um Geld.

Hunderte Menschen fallen jährlich auf den Schwindel herein. Die Fremden bringen sie dazu, ihnen Geld zu überweisen. Wie viele jährlich so um ihr Erspartes gebracht werden, kann nicht beziffert werden. Die Fälle zählen laut Bundeskriminalamt zu den Betrugsdelikten und werden nicht gesondert erfasst. Zudem trauen sich nur wenige Betroffene, Anzeige zu erstatten.

Manche tauschen sich in Foren wie dem von Helga Grotheer, 58, aus. Im August 2009 ging sie mit dem Portal RomanceScambaiter an den Start. Gemeinsam mit einem festen Team von rund 20 Freiwilligen betreut sie ehrenamtlich die Seite.

SPIEGEL: Frau Grotheer, seit fast zehn Jahren kämpfen Sie gegen Romance-Scammer. Wie kam es dazu?

Grotheer: Ich bin 2009 selbst auf einen Scammer reingefallen. Aber ich habe ihm kein Geld geschickt, weil ich ihn rechtzeitig enttarnt habe.

SPIEGEL: Wie nahm er Kontakt zu Ihnen auf?

Grotheer: Er schrieb mich über die Online-Partnerbörse www.neu.de an. Ich war gerade frisch getrennt und hatte mein Profil auf der Plattform reaktiviert. Als eine Nachricht von ihm in meinem Postfach auftauchte, wunderte ich mich zunächst.

SPIEGEL: Warum?

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