Das Mädchen Romy ist auf dem Weg ins Internat, als neben ihr ein Auto anhält, "so ein Traumwagen mit weißem Steuer", schwärmt sie, "und ein Mann saß da drin!!" – zwei Ausrufezeichen. "Mir blieb richtig das Herz stehen." Der Fahrer suchte den Weg zur Schule, sie stieg ein und leitete ihn, "ein tolles Erlebnis!". Der Nachsatz dazu klingt wie ein Lolita-Zitat: "Wenn man schon mal einen schicken Mann trifft, ist er natürlich gleich verheiratet und hat eine schulpflichtige Tochter."

Als sie das in ihr Tagebuch schreibt, ist Romy Schneider 13 Jahre alt, wird von Nonnen erzogen und liest unter der Bettdecke Karl May. Es fehlt ihr an familiären Vorbildern für so etwas wie Partnerschaft, die Eltern von Rosemarie Albach, wie sie nach ihrem hinreißend attraktiven, aber abwesenden Vater eigentlich heißt, sind viel beschäftigte Schauspieler und leben seit Romys sechstem Lebensjahr getrennt. Was sie über die Liebe weiß, hat sie aus Kinofilmen. Entsprechend frühreif und wirklichkeitsfremd ist ihr Blick

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Biografie-Ausgabe 3/2018.
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