Knapp vier Monate nachdem sie den mächtigsten Mann Ruandas herausgefordert hatte, betraten drei Polizisten in ziviler Kleidung das Büro der früheren Präsidentschaftsbewerberin Diane Shima Rwigara, schlichen sich an sie heran mit lautlosen Schritten und vorgehaltenen Pistolen. Sie wusch sich im Badezimmer die Hände, so erinnert sie sich heute. Sie schaute hoch, durch die geöffnete Tür, und wusste, dass sie nicht fliehen konnte, dass die Männer gekommen waren, um sie zu verhaften.

Ein Freund hatte sie zwei Tage zuvor noch gewarnt. In Ruanda gibt es immer wieder Berichte, dass Menschen verschwinden, deren Pläne kollidieren mit jenen des Präsidenten. Sie werden verhaftet oder entführt – oder sterben sogar, wie einst Diane Rwigaras Vater.

An dem Tag im Spätsommer 2017 führten die Polizisten Diane Rwigara und ihre Familie ab, sie brachten sie auf die Wache zum Verhör.

Diane Shima Rwigara, 37 Jahre alt, eine schlanke Frau mit scheuem Blick, erzählt diese Geschichte im März, Regenzeit, Anthrazitwolken

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 15/2019.
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