Im Nordosten von Moskau steht ein Grabstein aus schwarzem Stein. Darauf ist ein Foto im Goldrahmen zu sehen; es zeigt einen Mann mit einem freundlichen, etwas unsicheren Blick. Hier ruht Sergej Leonidowitsch Magnitski, geboren 1972 in Odessa, gestorben im November 2009 in Moskau. Er ging elendig zugrunde in der Zelle eines Moskauer Untersuchungsgefängnisses, unter Umständen, die bis heute – zehn Jahre danach – nicht restlos geklärt sind.

Es gibt zwei Versionen des Geschehens, das zu Magnitskis Tod führte. Die eine, bekannte Version hört sich an wie ein Thriller. Sie ist in Tausenden Artikeln erzählt worden, in TV-Interviews und in Anhörungen vor Parlamentariern. Der Mann auf dem Friedhof ist darin ein aufrechter Kämpfer gegen ein korruptes System, das ihn aus diesem Grund am Ende ermordet. Die zweite ist komplizierter, und es gibt in ihr keinen Helden.

Die erste Version der Geschichte ist zu einem Faktor der Weltpolitik geworden. Auf ihrer Grundlage wurde 2012 ein US-Gesetz verabschiedet,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 48/2019.
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