Moskau erlebt aufwühlende Tage. Erst nahm die Polizei am vergangenen Wochenende fast anderthalbtausend Menschen fest, die auf einer friedlichen Kundgebung freie Wahlen zum Stadtparlament gefordert hatten. Das ist ein trauriger Rekord. Dann lobte der Bürgermeister die Sicherheitskräfte für ihre Gewalt – man sei hier schließlich "nicht in Simbabwe" und dulde keine Anarchie, sagte Sergej Sobjanin im Fernsehen.

Nun ermittelt die Justiz wegen der Teilnahme an "Massenunruhen", Mindeststrafe drei Jahre. Und der Polizeichef der Stadt hätte am liebsten auch noch das Fußballderby zwischen den Moskauer Spitzenklubs Spartak und Dynamo an diesem Samstag abgesagt, weil die Polizei genug zu tun habe mit neuen Protesten der Opposition.

Man muss lange zurückdenken, um sich an ähnlich heftige Reaktionen der Behörden zu erinnern. Das System Putin ist erstaunlich stabil. In den knapp zwei Jahrzehnten, die Russlands Präsident faktisch an der Macht ist, wurde es nur einmal ernsthaft erschüttert. Das war in jener

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 32/2019.
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