Wer in dieser Woche saudi-arabische Medien verfolgte, stieß auf eine eigenwillige Interpretation der diplomatischen Krise, die zwischen Riad und Ottawa ausgebrochen ist: Die Kanadier hätten das Königreich demütigen wollen, doch Saudi-Arabien habe den Spieß umgedreht: "Panik in kanadischen Krankenhäusern nach dem Abzug der saudi-arabischen Ärzte" lautete eine Schlagzeile.

Der Auslöser des bizarren Konflikts war ein Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland, die sich "sehr alarmiert" über die Verhaftung der prominenten Frauenrechtlerin Samar Badawi äußerte. Die Saudi-Araber verwiesen daraufhin den kanadischen Botschafter des Landes, riefen Tausende Studenten aus Kanada zurück, Patienten in Kliniken ebenfalls, und sie kündigten an, die Verbindungen der staatlichen Airline nach Kanada einzustellen sowie die Handelsbeziehungen einzufrieren.

Der Vorfall erzählt viel über die Strategie von Kronprinz Mohammed bin Salman. Seine Reformvision für das Land lässt sich umschreiben mit "Make

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2018.
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