Susanne Dodillet, Dozentin an der Universität Göteborg, spricht über die Bilanz des Modells in seinem Ursprungsland Schweden.

SPIEGEL: In Schweden steht der Kauf von Sex bereits seit 20 Jahren unter Strafe. Was hat das Modell gebracht?

Susanne Dodillet: Das ist sehr schwer zu sagen, genaue Daten gibt es nicht. So soll sich die Zahl der Straßenprostituierten in Stockholm, Göteborg und Malmö um die Hälfte verringert haben. Nun weiß man aber nicht, ob das ein Erfolg des Gesetzes ist oder ob das Gewerbe, die Anbahnung von Sexgeschäften, nur ins Internet abgewandert ist.

SPIEGEL: Aber dieses Antiprostitutionsgesetz gilt doch weithin unter vielen Feministinnen und Konservativen als vorbildlich?

Dodillet: Dahinter steht ein Weltbild, das Prostituierte grundsätzlich als Opfer sieht. Für Zwangsprostituierte gilt das ja selbstverständlich auch. Aber es gibt eben auch Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, die angeben, sich bewusst dafür zu entscheiden, sexuelle Dienstleistungen zu verkaufen. Diese werden

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 26/2019.
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