SPIEGEL: Frau Rackete, Sie sind für viele zu einer Heldin geworden, die viel riskierte, um Menschen zu retten – für andere zu einem Feindbild. Wie sehen Sie Ihre Rolle?

Rackete: Mich hat überrascht, wie persönlich es geworden ist. Es sollte um die Sache gehen. Um das Versagen der Europäischen Union, die Geretteten gerecht aufzuteilen und diese Verantwortung zusammen zu übernehmen. Darum sollte es gehen, nicht um Einzelpersonen wie mich, die zufälligerweise in Erscheinung treten. Es ist keine Situation, die ich mir gewünscht habe. Ich bin sowieso nur eingesprungen für einen Kollegen, der eigentlich eingeplant war.

SPIEGEL: Wie haben Sie die letzten Wochen erlebt?

Rackete: Es war schwierig. Wir waren fast 17 Tage lang mit den Geflüchteten an Bord unterwegs. Nachdem wir in den italienischen Gewässern vor Lampedusa angekommen waren und wussten, dass wir nicht reinfahren durften, wurden uns zehn besonders dringende medizinische Fälle abgenommen. Kurz danach ging es weiter – auch wenn wir medizinische

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2019.
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