SPIEGEL: Haben die Berichte der Migranten aus Libyen Sie überrascht?

Chynoweth: Wir wussten zwar vorher, dass Flüchtlinge und Migranten, sowohl Männer als auch Frauen, auf der Mittelmeerroute Opfer sexueller Gewalt werden, aber ich war erstaunt, wie weit verbreitet und allgegenwärtig dies zu sein scheint. Die Berichte waren zutiefst verstörend. Sie gehören zum Schlimmsten, was ich je gehört habe.

SPIEGEL: Die Überlebenden beschreiben grausame Praktiken sexueller Gewalt, Massenvergewaltigungen und erzwungenen Inzest. Warum misshandeln Schmuggler und Milizen ihre Opfer auf solch unvorstellbare Weise?

Chynoweth: Ich habe den Eindruck, dass Flüchtlinge und Migranten nicht als Menschen betrachtet werden, sondern als Ware, die es auszubeuten gilt. Die Täter nutzen immer "kreativere" Wege, um den letzten Cent, den die Migranten und ihre Familien noch haben, zu erpressen. Die Gewalttaten werden manchmal gefilmt, die Videos den Angehörigen geschickt. Oder die Opfer werden gefoltert, während sie mit

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 14/2019.
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