Ex-Handballer Ole B. "Ich fühlte mich wehrlos"
Roman Pawlowski / DER SPIEGEL
Ex-Handballer Ole B. "Ich fühlte mich wehrlos"

Rohrzangenfolter im Handball

"Wenn du dich wehrst, tut es noch mehr weh"

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Handball ist ein schmerzhafter Sport. Das wurde Nachwuchsspielern des deutschen Meisters Flensburg-Handewitt mit "der Zange" beigebracht. Ein Opfer berichtet. Von Erik Eggers

Das blaue Trikot der SG Flensburg-Handewitt hat er aufbewahrt. Es trägt die Nummer 22 und liegt zusammengeknüllt vor Ole B. auf dem langen Esstisch seines Elternhauses in Ostholstein. Auf dem Kragen steht in kleiner Schrift der Slogan: "100 % SG – Ehre – Stolz – Respekt".

Das Trikot ist ein bedeutsames Souvenir für den 19-jährigen Abiturienten mit den breiten Schultern und den braunen Locken. Einerseits zeugt es von seinem Traum, Profihandballer zu werden, damals, im Spätsommer 2015, als er von zu Hause auszog und sich in einem Zimmer der Nachwuchsakademie des aktuellen deutschen Meisters einrichtete.

Andererseits erinnert Ole B. das Trikot an die Qualen, die er in der Kaderschmiede erlitten hat, daran, wie seine Euphorie in Wut und Hass umschlug. "Einmal saß ich verzweifelt auf dem Sofa und habe zu meiner Mutter gesagt: 'Am liebsten würde ich da hochfahren, ein Messer nehmen und alle abstechen.' So ohnmächtig habe ich mich gefühlt", sagt Ole B. rückblickend.

Er trägt einen Kapuzenpullover

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 20/2019.
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