Es geht auch mit weniger. Man muss nicht immer mehr anhäufen, mehr konsumieren, mehr Platz beanspruchen. Davon ist Gerald Kampert überzeugt. Die Frage ist nur: Kann er seine Dortmunder Mitbürger von dieser Idee begeistern?

Kampert, groß, schlank, Dreitagebart, steht in einem 40 Quadratmeter kleinen Flachbau, ein paar Minuten vom BVB-Fußballstadion entfernt, und sucht nach einer Antwort. Das Tiny-House-Modell, das er besichtigt, ist edel verarbeitet und eingerichtet, mit großen Fenstern und Eichenparkett. Auf der Fläche eines sehr großzügigen Wohnzimmers ist hier alles untergebracht, was man zum Leben braucht. "Zu zweit könnte man hier bequem wohnen", sagt der Baurat, der im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt arbeitet und einen Stecker mit dem NRW-Wappen am Revers trägt. "Wenn man einmal drinsteht, ist man überrascht, was auf wenig Platz möglich ist."

Allerdings, und das weiß er: Die Wirklichkeit sieht anders aus. Bislang beanspruchen die Deutschen kontinuierlich mehr Wohnfläche. Waren es 1990 im Schnitt 34,8 Quadratmeter pro Einwohner, lag der Wert 2005 bereits bei 41,2. Heute sind es 46,5.

So dürfe es nicht weitergehen, sagt Gerald Kampert und zählt die dadurch verursachten Probleme auf: Versiegelung der Böden, steigende Grundstückspreise, wachsender Energiebedarf, massiver Rohstoffverbrauch.

Er will deshalb mit den Dortmundern ins Gespräch kommen. Wie wäre es, wenn sich jeder wieder einschränkte und statt eines Einfamilienhauses ein Tiny-Einfamilienhaus bauen würde? Eines, das für vier Personen nicht 150 oder mehr Quadratmeter Fläche vorsieht, sondern nur – 80?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Wissen-Ausgabe 1/2019.
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